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Ist Reiki strafbar?
Hintergründe zu Reiki, und was man wissen sollte

von Martina Struckhoff

Nachtrag Mai 2013 - Einige Jahre später neu_gelb

 

Der Hinweis, dass in der Schweiz Reikiseminare erlaubt sind, Reikianwendungen aber dagegen verboten wurden, veranlasste mich, zu diesem Thema erneut etwas zu schreiben. Bereits vor etlichen Jahren verschlechterte sich der Ruf des Reikis und ich überlegte damals, ob Distanz zu Reiki die bessere Lösung sei, entschied mich dann  aber doch für Aufklärung und Reinigung der Hintergründe. Ich verfasste einen Aufruf an Reikipraktizierende und Reikilehrer und hatte die Hoffnung, dass jeder die vorhandenen und vielfach angeprangerten Mängel durch Prüfung ermittelt und gegebenenfalls ändert.

Gerade in den letzten Jahren boomt der Esoterikmarkt beharrlich weiter und immer mehr Menschen suchen „alternative“ und „ganzheitliche Angebote“  aus vielschichtigen  Gründen. Nicht immer hilft die Schulmedizin, aber auch in der Esoterik stößt man auf Grenzen. Doch von Natur aus sucht der Mensch weiter mit den Zielen, mehr Lebensfreude, Glück und Gesundheit zu finden und nach Wegen, um sich von Abhängigkeiten zu lösen.

Die Nutzung der vielen esoterischen Angebote und den daraus resultierenden Erfahrungen führt jedoch zwangsläufig zum Erleben der Gegensätzlichkeiten der Esoterik und den ihr innewohnenden Licht und Schatten.

Einige Angebote, unter anderem auch Reiki, werden als sanft und ohne Nebenwirkungen angepriesen. Oft ist das so, aber eben nicht immer. Was wirkt, kann zwangsläufig auch Nebenwirkungen hervorbringen. Dies ist bei jedem guten Heilmittel so, warum sollte es hier anders sein! So kommt es zu teilweise berechtigten Klagen und der Frage, wie man sich als Verbraucher, aber auch als seriöser Anbieter schützen kann.  Aus diesem Grund kann man leicht nachvollziehen, dass Betroffene sich verstärkt  nach rechtlichen, ethischen und moralischen Rahmenbedingungen erkundigen und mehr Klarheit suchen.

 

Was ist Reiki genau?

Reiki ist ein komplexes System der Energieheilung. Der ursprüngliche Entdecker der Reiki-Methode, Usui,  betonte ursprünglich den Entwicklungs- und Läuterungsweg. Positive Erfahrungen gibt es viele, denn bei denjenigen, die den Weg konsequent so gingen, zeigte sich, dass Reiki Halt und Struktur brachte und eine echte Hilfe sein konnte.

Grundsätzlich kann man aber sagen, dass auf jeden Fall irgendwann der Zeitpunkt kommen kann, wo Techniken eher einschränkend wirken können. Besonders wenn man der Göttlichen Liebe und dem Höheren Selbst  näher kommen möchte und soll, kann es  nicht mehr dienlich sein, denn dann drängt alles nach Befreiung dahingehend, nur noch der eigenen inneren Führung folgen zu wollen.

  

Wo liegen die meisten Probleme?

Auffällig ist nach meinen Beobachtungen folgendes: Erstens, dass sich vieles Reiki nennt, was gar nicht der ursprünglichen Reikimethode entspricht. Immer wieder gibt es Einweihungen, die nur noch wenig mit den ursprünglichen Symbolen und Reikieinweihungen zu tun haben, dass heißt, sie weichen stark ab von dem, was eigentlich mal von Usui angedacht war, und es zeigen sich negative Ergebnisse. 

Zweitens wird Reiki als Entwicklungsweg und Läuterungsweg immer mehr verdrängt. Wenn überhaupt, hat man sich eher für eine Vereinfachung des ursprünglichen Systems als vermeintliche Abkürzung entschieden und glaubt tatsächlich, diese könnte die gleiche positive Wirkung hervorbringen.

Drittens steht Reiki  heutzutage vordergründig für geistiges Heilen, dem Handauflegen, was nach Usui eher als  Randerscheinung erkannt wird, wenn man sich mit seinen Zielen und Motiven genauer beschäftigt.

 

Konkretes Beispiel und Erfahrungen zum besseren Verständnis: Negative Erfahrung  mit dem Handauflegen

Im Laufe meiner Entwicklung habe ich gesehen, dass Reiki oft sowohl von sehr liebevollen und ethisch einwandfreien Menschen angewendet wird, als aber auch von Menschen, die eher negativ ausgerichtet sind. Tatsächlich funktioniert die Anwendung in beiden Fällen, wobei man feststellen konnte, dass im negativen Fall eher - statt Energien als Kanal zur Selbstheilung  zu geben - Lebensenergien abgesaugt wurden. So trug eine gute zuverlässige, erfahrene spirituelle Lehrerin vor, dass eine ihr  gut bekannte Freundin nach einer Reiki- Behandlung völlig entleert und psychisch angeschlagen war und noch lange Zeit brauchte, um auf ihren Stand, den sie vor der Reikibehandlung gehabt hatte, zurückzukommen. Diese Dame beschloss natürlicherweise, nicht mehr zu dieser Reikimeisterin zu gehen und fortan der Reikimethode generell tief zu misstrauen.

Hierzu muss man wissen, dass es starke universelle Kräfte gibt, die ständig auf die Menschen einwirken, zum Guten und zum Bösen. Im Sinne der Gegensatzpaare gibt es weder gut noch böse für sich allein, denn alles ist eins, jede Tugend trägt einen Schatten in sich, bis dieser integriert wird. Aber wie kann man nun Energien recht gebrauchen ohne jemandem zu schaden?

Oft liegt es meiner Meinung nach an der Haltung der Menschen: Lebt man nach spirituellen Geboten, und nach welchen Werten richtet man sich? Welche Ziele, Bestrebungen und Motive hat man in der heutigen Zeit und haben diese tatsächlich etwas mit echter Spiritualität zu tun? 

Im Namen der Spiritualität wird oft nur reine Selbstverwirklichung versprochen. Überall treten zahlreiche Anbieter auf, die schnelle Erfolge versprechen, was leider eher unserer heutigen Fast Food Haltung entspricht. Tatsächlich wird das aber auch gern in Anspruch genommen, vor allem dann, wenn nichts anderes mehr geht! So begegnet man hier bereits der ersten Wahl zwischen den Polaritäten, denn die eigene Haltung und der gesunde Menschenverstand entscheiden bereits in diesem Falle darüber, ob man eine gute oder eher eine negative Erfahrung machen wird.

So muss man sich fragen, ob Reiki denn immer universelle Liebe garantiert, oder möglicherweise auch eine Verbindung herzustellen in der Lage ist, durch die etwas anderes außer Liebe fließen kann?

Es werden bei der Einweihung Symbole in den Ätherkörper und die Chakren eingegeben, die eine bestimmte Wirkung hervorrufen sollen. Das ist auch solange  in Ordnung, wie man in diesem Bereich arbeiten möchte und keine ernsthaften Störungen auftreten. Vorausgesetzt, die Einweihung wurde ordnungsgemäß vorgenommen! Allerdings kann man auch Einweihungen entfremden und anders verwenden, als sie ursprünglich gedacht waren. 

Man entscheidet sich für eine Einweihung auf Grund von Motiven wie zum Beispiel Gesundung, Regeneration und Weiterentwicklung, oder weil man Heilung weitergeben möchte mit einer bestimmten Technik. Gleichfalls sollte man aber auch wissen, dass man sich mit den Einweihungen an ein bestimmtes System und auch an den Lehrer selbst bindet. Aber nicht nur die Qualitäten des Lehrers sind entscheidend, sondern auch die des Einzuweihenden haben eine Wirkung, weiterhin spielen die karmischen Voraussetzungen eine Rolle, ebenso das, wonach der Einzuweihende (auch unbewusst) strebt. Dadurch entsteht eine Art Prägung, die das Entsprechende anzieht und mitgestaltet. Aus diesem Grund kann sich einige Jahre nach der Einweihung - manchmal auch schon kurz danach - eine Belastung einstellen, an die man vorher nicht gedacht hat und die die angekündigte Reinigung weit überschreitet.

 

Ein Beispiel, warum manchmal eine Einweihung gelöscht werden muss:

Eine junge Frau wollte ihren Reikigrad löschen lassen, da sich ca. 5 Jahre nach der Reikieinweihung starkes Unwohlsein, besonders nachts, einstellte. Das, was sie erlebte und wahrnahm, beunruhigte sie  und so kam es, dass sie sich vom Leben immer mehr zurückzog; sie mochte nirgendwo mehr hingehen, war müde, schlapp und energielos, und fragte sich immer mehr, ob das, was sie empfand noch zu ihr gehörte.  Sie hatte instinktiv den Eindruck, es könnte mit ihrem Reikigrad zusammenhängen.

Warum entschied sie sich für Reiki?
Als diese junge Frau  sich einmal nicht wohl fühlte, bekam sie eine Reiki- Behandlung und es gefiel ihr so gut, dass sie sich von einem Reikilehrer einweihen ließ. Einige Jahre lief alles ganz gut. Sie geriet dann aber in eine Lebenskrise, als ein Familienangehöriger starb. Dadurch entstanden verstärkt innere Nöte, aber auch Spannungen und  Ängste bezüglich der spirituellen Ausrichtung. Hier suchte die junge Frau nach einer Lösung, indem sie sich die Frage stellte:”Lebe ich überhaupt noch meine eigene innere Wahrheit?  Was will ich wirklich?”. Der Kontakt zum Reikilehrer war noch vorhanden und auf ihre Bitte um Hilfe reagierte er auch,  doch erneute Reiki-Behandlungen brachten nur kurzfristige Linderung. Beide stellten fest, dass eine Entscheidung fällig war und eine gemeinsame Entwicklung und Hilfe nicht mehr in Frage kam. Die Verbindung zum Reikisystem und zum Reikilehrer sollte nun gelöst werden, was sich dann auch als heilsam rausstellte.

Während und kurz nach der Auflösung machte sich starkes Herzklopfen und ein beklemmendes Gefühl im Herzen  bemerkbar. Dies entstand auch durch die  Ängste, aber innerhalb der nächsten 3 Wochen nahmen  Druck und Symptome ab. Ein  Nachgespräch bestätigte, dass die junge Frau sich nun gut und frei fühlte und wieder aktiv am Leben teilnahm, weshalb sie ihre Entscheidung noch einmal ausdrücklich begrüßte. Nach der Löschung muss sich der Körper an die neue Situation anpassen, was wiederum auch mit Reaktionen und Symptomen verbunden sein kann, aber bei der Klientin setzte eine sofortige Besserung der Symptome ein, Energien flossen wieder so, wie sie es sollten. Das war auch unmittelbar wahrnehmbar, deutlich zu sehen und zu spüren.

 

Worauf sollte man also achten?

Ganz oft spürt man selbst, dass etwas nicht stimmt, und zwar schon länger,  oft sogar schon  vor der Einweihung. Man braucht sich nur zu  beobachten. Es gibt immer Hinweise. Leider neigt man dazu, diese nicht ernst genug zu nehmen, sie werden einfach unterdrückt oder anders gedeutet. Hat man klare innere Wahrnehmungen nicht entsprechend ernst genommen oder auf äußere Zeichen der Welt nicht reagiert,  hat man sich in dem Fall  für „Learning by doing“ – also dem Weg des Erfahrens - entschieden.  Es wird damit eine Ursache gesetzt und die Wirkung kann unmittelbar oder Jahre später einsetzen.

 

 

Gesetzliche und spirituelle Bedingungen in Bezug auf geistiges Heilen

Rechtliche Grenzen müssen eingehalten werden!

Abgesehen von dem Verbot in der Schweiz gibt es in Deutschland ein Urteil von 2.3.2004, das bei Geistheilern als Sieg gilt. Sie heilen nicht schulmedizinisch, sondern handeln auf geistig spiritueller Ebene, so lautet die Aussage aus dem Internet. Es müssen trotzdem rechtliche Grenzen eingehalten werden, es gibt also keinen Freibrief. Das geistliche/ geistige Heilen ist weiterhin ein umstrittenes Tätigkeitsfeld, denn es bleibt auf Grund von verschiedenen Meinungen eine esoterische Methode, um gegen Krankheiten vorzugehen und das ist nach deutschem Recht nur Ärzten oder Heilpraktikern gestattet, so die Behörden. Man darf z.B. nicht den Eindruck erwecken, Krankheiten lindern oder gar heilen zu wollen, beziehungsweise eine ärztliche Therapie dadurch zu ersetzen, ebenfalls darf man keine Erfolgs- oder Wirkungsversprechen geben. Es gibt also klare Regeln, die man einzuhalten hat.

Steht ein Heiler nun, der spirituell wirkt, den religiösen Riten näher als der Medizin? Diese Frage wird immer lauter, denn ganz andersartige, ergänzende Vorgehensweisen,  wie beispielsweise die Krankensalbung, das Segnen oder das gemeinsame Gebet erwecken nicht unbedingt den Eindruck, als sei  es ein Ersatz für medizinische Betreuung. Wer rituelle Heilung in Anspruch nimmt, geht noch einen dritten ergänzenden Weg,  wenngleich auch von diesem Weg Genesung erhofft wird.

Dass man Grenzen einzuhalten hat, ist natürlich selbstverständlich. Aber man muss doch eigentlich den Gesundungswillen eines Menschen stärken dürfen? Alles scheint ziemlich kompliziert zu sein und ist vielleicht trotzdem einfacher, als man denkt. Durch Nachdenken, Reflektieren und Ermitteln der Hintergründe  kommt der Mensch möglicherweise erst darauf, worauf es wirklich ankommt.

 

Ethik und spirituelle Grundgesetze - Regeln und Gesetze einer geistigen Welt

Ist Ethik mehr menschliches Sollen oder Sein? Die spirituelle Ethik hat Kontakt zu beiden Wirklichkeiten, der physischen und der geistigen Realität. Denn betrachtet man Reiki nach spirituellen Grundgesetzen und stellt sich den Fragen nach einer geistigen Welt, so kommt man hinter die eigentliche Schwierigkeit, nämlich hinter die seit längerer Zeit vorherrschenden trennenden Tendenzen, so dass die menschliche Ganzheit immer mehr angezweifelt wird.
Auch in der Seelsorge gibt es die Auseinandersetzung mit den Grenzen zur Psychologie. Hier setzt man sich mit der Seelen-Heilkunde und dem Seelenheil auseinander. Friedhelm Grund wagt ein Rückblick in die Geschichte und beschreibt, dass sich seit der Zeit der Aufklärung, besonders bei Descartes ab 1596 - 1650 ganze Wirklichkeiten in unabhängige Wirklichkeiten zerfallen. Man glaubte an eine prüfbare sichtbare  Welt, in der es Gesetze gab und an eine geistige Welt, in der  die Macht Gottes wirkte, und so entwickelten sich die eigenständigen Disziplinen, beispielsweise die des Arztes oder Priesters. Die Folgen allerdings spürt man heute noch, denn die Abgrenzung zwischen Seelsorge und Psychotherapie oder Heilpraktiker und Heiler wird häufig diskutiert.

Aber zurück zum Verbot in der Schweiz. Wenn es zu Verboten kommt, wird es dann nicht langsam Zeit, sich seiner Verantwortung neu zu stellen und sich seiner möglichen Versäumnisse bewusst zu werden?

Ethik ist mehr als nur ein Gesetz. Es ist eine Haltung zu den Dingen, ein Sein. An Hand der Wirkungen kann man meistens ein Richtig und Falsch erkennen. Regeln und Gesetze müssen sein, aber statt Bestrafung wäre ein Umdenken günstiger. 

Zitat Manuela Schindler:  “Für die Reikigemeinschaft wäre es jetzt wirklich einmal an der Zeit, den Schatten, den auch Reiki wirft, nicht länger beharrlich abzustreiten, sondern sich ihm zu stellen und ihn zu integrieren, so wie man es in allen Bereichen des menschlichen Lebens tun sollte. Zitat Ende.

 

Und die Moral von der Geschicht

Jeder Mensch erfährt die Wirkung seiner eigenen Handlung durch das Gesetz des karmischen Energieausgleichs. Das gilt auch für die Menschheit als Ganzes. So orientiert man sich bei all seinen Handlungen an der eigenen Definition von gut und schlecht,  und wird so lange mit den teilweise unangenehmen Folgen konfrontiert, bis man durch Erkenntnis die rechte Einstellung gefunden hat und seine Haltung ändert.

Diese Zeit bringt nun verstärkt einen ständigen Wechsel der Polaritäten von Licht und Dunkel, Gut und Böse, Schlecht und Recht hervor, der den Menschen herausfordert, formt und zu einer reiferen Form der Spiritualität führen will, welche die Gegensätze wieder aufhebt.

Martina Struckhoff

 

Einige Jahre später, Reikiverbot in NRW

Einige Jahre nun stand der obige Artikel (Ist Reiki strafbar?) als Hinweis für Interessierte  auf dieser Homepage. Doch jetzt fand ich es an der Zeit ihn zu ergänzen, denn als ich mich 2012 in einem seriösen Reikiforum umschaute, auf Grund einer Anfrage einer Hilfesuchenden, fand ich einen interessanten Beitrag, der 2011 verfasst wurde:

“Berufsverbot für Reikipraktizierende in Nordrhein-Westfalen, erteilt von Gesundheitsämtern, die bei Zuwiderhandlung mit Strafen drohten. Damit hatte  wohl nicht wirklich einer der Reikipraktizierenden gerechnet, auf Grund des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes von 2004. Man hatte an Rechtssicherheit hinsichtlich der Anwendung von Reiki geglaubt, denn damals hatte sich ein Reikilehrer durch alle Instanzen geklagt. Er durfte demnach geistiges Heilen praktizieren, allerdings unter Einhaltung der bereits erwähnten Gebote” (siehe im vorangegangenen Text).

Nun schien die damalige Entscheidung keine Rolle mehr zu spielen, denn die Gesundheitsämter beriefen sich auf eine ältere Entscheidung, wonach Reiki- Behandlungen  nicht mehr ohne Heilerlaubnis angeboten werden durften. Man bemühte sich natürlich Sachverhalte zu klären,  auch das Reikiforum setzte sich ein, doch die Gesundheitsämter blieben standhaft, man behauptete, dies gelte nur für geistiges Heilen und nicht für Reiki. Hm? Was ist denn Reiki nun? Ist Reiki doch mehr als nur geistiges Heilen? Alles in allem sehr widersprüchlich. Die Methode Reiki wurde in dem Urteil 2004 nicht erwähnt und ist in sofern nicht übertragbar, so hieß es.
Für die Gesundheitsämter gilt die Ausübung von Reiki- Behandlungen als erlaubnispflichtige Heilkundeausübung nach § 1Abs. 2.Sie waren der Auffassung handeln zu müssen, im Sinne von Schutz und Bewahrung vor Schädigung und viele der Reiki -Anbieter mussten ihre Praxistürschilder, Flyer und Angebote aus der Öffentlichkeit entfernen, ansonsten drohten hohe Strafen. Als Nachweis dafür, dass Reiki als erlaubnispflichtige Heilkundeausübung im Sinne von § 1 Abs. 2 Heilpraktikergesetz zu betrachten ist, werden folgende Gerichtsentscheidungen herangezogen:

"Urteil des Landgerichts Verden vom 22.10.1997 - Az: 10 O 108/97
Urteil des Oberverwaltungsgerichts NW vom 02.12.1998 - Az: 13 A 5322/96
Urteil des Landgerichtes Koblenz vom 22.11.2000 - Az: 3 HO 73/2000"

Das Amt in Mecklenburg/ Vorpommern trat auch in Aktion, ein wenig dezenter zwar, aber mit dringender Empfehlung!

Einer von mehren Kommentaren der Reikipraktizierenden:
“Wo Licht ist, ist auch Schatten”.

Die Wirksamkeit von Reiki wird in Frage gestellt und gleichzeitig soll nur noch mit Heilerlaubnis behandelt werden? Wer Symptome behandelt, wenn auch indirekt, muss damit rechnen, dass Schwierigkeiten auftauchen können! Es gab verschiedene Meinungen zum Erlass und zum Verhalten einiger Reikipraktizierenden.

Man hält sich an die Regeln, gibt weder Heilversprechen, noch stellt man Diagnosen, aktiviert lediglich  die Selbstheilungskräfte und dennoch ist das Handauflegen ohne Heilpraktikerschein nicht erlaubt. Ist das nun die Moral von der Geschicht?

Hat diese Verbotsentscheidung möglicherweise doch mit der Verdrängung des Läuterungs - und Entwicklungsweges Reikis zu tun, der modernen Vorgehensweise im Schnellverfahren, denn Reiki ist bekanntlich nicht nur geistiges Heilen! Bedarf es einer Nachbesserung?

Hat man da möglicherweise Kräfte unterschätzt? Gegenkräfte werden im Äußeren widergespiegelt durch die Welt und ihre Reaktionen auf Handlungen und sie unterliegen übergeordneten schöpferischen Prinzipien. Wir alle müssen ständig bei spiritueller Entwicklung mit Gegenkräften, Licht und Schatten rechnen. Ob wir das wollen oder nicht wollen spielt keine Rolle, die Energiegesetze wirken und sollten ausgewertet werden.

Reiki ist nicht schlecht, dennoch sind die Reaktionen der Welt so eindeutig, dass man sich diesem Schatten stellen sollte. Oft ergibt sich die Notwendigkeit einer Korrektur oder Reinigung, und manches sollte  man als Wachstumschance betrachten, denn die Gegenkraft dient auch dazu Falsches zu stoppen oder Mängel zu regulieren.

Gegenkräfte können ebenso  im menschlichen Körper und im ätherischen Energiesystem wirken, deshalb kommt es unter anderem auch manchmal zu Problemen, und manchmal steht man sich selbst im Weg, da man geistige Hintergründe nicht erkennen kann.

Als Grundlage gilt nach wie vor, dass man als Betroffener immer das erntet was man gesät hat auch wenn man dies unwissend oder unbewusst tut, hat diese Art von Erfahrung durch die Spiegelung der Außenwelt zu lernen, göttliche Berechtigung. Besonders wenn man heilen und zu spirituellen Themen lehren möchte, geht man oft beide Wege, den durch Erfahrung zu lernen und den durch Gnade zu lernen, durch Hören auf die innere Führung und Umsetzung der höheren Wahrnehmung.

Meistens liegen mehrere Auslöser vor, die zur Bewusstwerdung gespiegelt werden und die Heilung liegt zum einen in der Verantwortungsübernahme und zum anderen in dem Eingestehen des Verdrängten und ernst nehmen der  spirituellen Gesetze. Die Wirkungen oder Reaktionen der Mitwelt zu ignorieren wäre da eher leichtsinnig. Und trotz alledem ist manches gar nicht so einfach, um zu einer konstruktiven Lösung zu gelangen.

Einige Kommentare aus Leserbriefen des Forums deuten aber an, dass sich der eine oder andere Betroffene schon  Gedanken gemacht hat, es wird vom Heilerego gesprochen, und vom “unbedingt anerkannt sein wollen”. Oft sind es ja tatsächlich die Haltung und das Motiv, die hinterfragt und neu überdacht werden müssen.

Ein Kernthema ist in der Regel der meist unbewusste Machtgebrauch oder Macht gar nicht zu gebrauchen. Die Macht, Fähigkeiten anzuwenden ohne andere zu beeinträchtigen, und die  weder eigenen noch anderen, selbstsüchtigen Zwecken dienen, ist mitunter schon eine große Herausforderung, der man fortan ständig begegnet. Suchte man doch Befreiung, findet man stattdessen plötzlich neue Regeln und Gebote, die diese neugewonnene Freiheit wieder einschränken wollen. Allein das schon kann zu massiven inneren Konflikten führen und zu der Entscheidung, welchen Weg man wählt, den dunklen des Eigensinns oder den hellen des Gehorsams.

Es ist nicht einfach sich in seiner ganzen Seelentiefe, mit allen Licht- und Schattenseiten, in Kürze kennenzulernen und Grundprinzipien tiefgehend zu durchdringen, weshalb diese Regeln zum Schutz einer noch nicht vollständig bewussten Person aufgestellt wurden. Manch einer versteht aufgrund seines momentanen Entwicklungsstands Licht oder Schatten falsch, genauso wie man  mit dem Polaritätenpaar Macht und Demut in richtiger Weise umzugehen lernen muss. Aus Missbrauch und Missverständnissen entsteht leicht, sowohl bei sich selbst als auch bei anderen,  Leid und Schmerz.  

Da der Schlüssel für vieles auf einer falschen Haltung begründet ist,  liegt die Frage nahe, wie man zu einer gesunden Geisteshaltung kommt. Wahrheiten nicht sehen wollen lässt auf noch vorhandene Selbstsüchte schließen und auf eine Verweigerungshaltung. Das Vermeiden, tiefer zu schauen, oder auch das Leben von zwei Wahrheiten führt letztlich zur Negativität oder gleich zu Schwäche und damit zu Problemen.

Nimmt man Macht nicht an, landet man in der Ohnmacht, deshalb muss Macht wohl angenommen werden, doch letztlich, um sie positiv zu gebrauchen, und um Missbräuchliches zu vermeiden; doch da hilft nur Unterscheidungsvermögen, welches man nicht schnell und käuflich erwerben kann. Alles hört sich zwar ganz einfach an aber so einfach ist es  dann doch wieder nicht.

Interessant finde ich, dass hier von einer modernen Form der Hexenjagd gesprochen wird. Immerhin wird keiner mehr verbrannt, sondern es wird letztlich nur eine gründlichere  Ausbildung verlangt. Ich denke, das leuchtet doch jedem ein!

Martina Struckhoff, Mai 2013

 

Hinweis:

Haben Sie Fragen zu dem Text? Dann wenden Sie sich bitte per Email an Martina Struckhoff, struckhoff@phoenix-netzwerk.de. Die besten Fragen und Antworten werden hier nachfolgend veröffentlicht.
Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass persönliche Email-Beratungen nicht möglich sind, sondern nur rein sachlich über die Textinhalte kommuniziert wird.

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