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Der spirituelle Weg
von Uta-Maria Freckmann (C) 
 

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Einleitung

Die Bezeichnung GOTT (oder Spiritualität) scheint für viele Menschen gleichbedeutend mit Schmerz, Drangsal, Unterdrückung und Unfreiheit zu sein. Leider hat sich da viel vermischt was nicht zusammen gehört und unglückselig mit Gottes Namen verknüpft wurde, ohne jemals hinterfragt worden zu sein.

Wer mit religiösen oder atheistischen Lehrmeinungen erzogen wurde, hat oftmals festgelegte Ideen über Gott verinnerlicht, die keinesfalls seiner wahren Identität entsprechen müssen.

Der Name Gottes wurde auch oft für brachiale oder subtil manipulierende Erziehungsmethoden missbraucht, was dazu führen kann, dass alles was mit ihm zu tun hat, pauschal abgelehnt wird.

Oft wenden sich diese Menschen auf ihrer Sinnsuche lieber obskuren esoterischen Methoden zu oder wenden sich ganz vom Glauben ab, ohne zu erkennen, welche anerzogenen  Mechanismen dort wirken.

So wurde ich vor Kurzem in einer Gesprächsrunde gefragt, was meine Interessen seien. Als ich „spirituelle Themen“ angab, stellte man mir umgehend die Frage, welcher Religion ich angehören würde. Meine Antwort: „Keiner Religion“, wurde erstaunt kommentiert mit: „Das geht doch gar nicht“.

Dieses wiederum versetzte mich in Erstaunen, denn es impliziert, dass man Religion und Gott als untrennbar verbunden versteht, gerade so, als hätten die Religionen ein Monopol und einen Besitzanspruch auf  Gott gepachtet.

Es wurde bisher offensichtlich nie ausreichend hinterfragt WAS Spiritualität ist und WIE sie sich zeigen kann.

Man kann durchaus ohne Anbindung an eine Religion, in dem Bestreben verwurzelt, die inneren und ethischen Werte zu leben und Gottes Gebote zu verinnerlichen, Ihm ganz wunderbar folgen und Gottesnähe erreichen (wenn es ihm gefällt).

Innerhalb der Religionen und Glaubensrichtungen geht es für meinen Geschmack noch zu oft um missionarischen Ehrgeiz  und „Recht haben wollen“, was leider immer wieder zur Spaltung der einzelnen Institutionen und deren Anhänger führt.

Der spirituelle Weg aber führt immer zur Einigkeit und hin zu Gott, ganz unabhängig davon, ob und welcher Religion man angehört.

Der folgende Text soll dabei helfen, die Fallstricke und falschen Vorstellungen zu benennen die einen auf dem spirituellen Weg behindern können, egal ob man einer etablierten Religion angehört oder ganz frei seinen intuitiven spirituellen Interessen folgt.

 

Die Sehnsucht nach Gott

Der Mensch sucht seit Menschengedenken nach einem tieferen Sinn in seinem Leben und beobachtet seine Umwelt, die Gestirne und sich selbst, um diesen Sinn zu ergründen.

Viele Menschen finden zurzeit ihren Sinn im materiellen Streben, was aber immer nur eine zeitweise Befriedigung bringen kann. Manche schaffen es, sich aus dieser materiellen Verstrickung zu befreien und suchen weiter nach dem Zweck ihres Daseins hinter der Fassade der physischen Welt. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass es weitaus mehr gibt, als auf den ersten Blick sichtbar ist, und erforschen die sich nun offenbarenden feinstofflichen Welten, um hinter das Geheimnis des Lebens zu kommen. Jede Ebene, ob physisch, astral, mental oder kausal hat auf diesem Weg ein Ziel zu verwirklichen.

Das spirituelle Ziel des Menschen ist zuerst Gottesnähe, um am großen Plan mitzuwirken, um dann immer mehr in das Wesen Gottes einzugehen, mit ihm zu verschmelzen und vereinbar zu werden. Durch ethische Reifung des Charakters können die Attribute Gottes im Menschen in Erscheinung treten. Wenn das geschieht, führt dies letztlich die Menschheit langsam zurück an ihren angestammten Platz, und zur Befreiung aus dem Rad der Wiedergeburt und dem Leben in einer „gefallenen Welt“.

Jeder spirituell Suchende hat seine eigenen Vorgehensweisen, aufgrund seines Charakters und seiner Mentalität. Es gibt daher so viele Wege wie es Menschen gibt, aber da diese Welt sehr ökonomisch arbeitet, ähneln sich die Wege in der Struktur und bei den zu bearbeitenden Themen.

Die manchmal verzweifelte Suche nach dem Sinn im Leben ist die Suche nach (dem inneren) Gott, denn der Mensch strebt Zeit seines Lebens - teilweise auch unbewusst - danach.

Die Suche nach Gott ist anfangs nur ein unbestimmtes Gefühl der Sehnsucht. Menschen, die nicht glauben, tun dies ebenfalls, können es aber nicht erkennen und benennen.

Die grundlegendsten Bedürfnisse des Menschen drücken sich aus in der Sehnsucht nach Höherem, nach einem Gott, oder etwas, dass sie oftmals nicht definieren können. Dieses wird dann zumeist im Miteinander gesucht und manchmal, wenn auch nur ansatzweise, im Irdischen gefunden. Sie verlegen ihre Fokussierung auf Partner    oder Freunde weil sie hoffen, so ihre tief verwurzelte Sehnsucht nach Liebe und Nähe zu stillen.

Dieser dem Menschen innewohnende Drang führt dazu, Verantwortung zu lernen und über Partnerschaft und Kindererziehung die positiven Eigenschaften (Liebe, Treue, Verantwortung, Vertrauen, Akzeptanz, Ehrlichkeit, Zusammenhalt) zu entwickeln. Diese Eigenschaften sind eine wichtige Vorstufe zu den Tugenden, welche der fortschreitende spirituelle Weg mehr und mehr entwickeln möchte.

Die göttliche LIEBE ist auch gänzlich anders, als man sich allgemein vorstellt, denn die physische Form der Liebe ist leider oft mehr eine Verzerrung, die der echten Liebe wohl kaum entspricht.

Mit dieser physischen Liebe kann man nicht wirklich “lieben“, denn sie ist zu selbstbezogen, emotional und an Bedingungen gebunden, und damit nur ein Behelf, um dem Höheren Ideal nach und nach zu entsprechen.

Daher ist das spirituelle Ziel, eine höhere Form der Liebe zu verwirklichen und von Seele zu Seele zu lieben, bedingungslos, doch nicht sentimental.

So beginnt der Suchende sich nach „oben“ auszustrecken und eine Brücke in höhere Ebenen zu bauen. Je mehr er dabei sich selbst vergisst, in Liebe und Mitgefühl den Mitmenschen beisteht und die Polaritäten überwindet, umso besser kann diese Brücke gebaut werden.

So entsteht mit der Zeit ein Kommunikationskanal, durch den man in die Lage versetzt wird, die Impressionen der höheren Ebenen aufzunehmen und weiterzugeben. Zudem geht es darum, seine Körper (auf allen Ebenen) zu reinigen, so dass immer mehr Liebe einfließen kann (vom höheren Selbst eingegossen). Dazu gehört, Materialismus abzulegen und sich nicht mehr nur noch mit seinen Gefühlen und Gedanken zu identifizieren.

Echter Fortschritt auf dem spirituellen Weg bedeutet letztendlich, auf die Impulse seines höheren Selbst (dem innewohnenden Gott) ohne Zeitverzögerung zu reagieren und diese umzusetzen.

Bis man dazu in der Lage ist, kann man eine ehrenamtliche Arbeit annehmen, Leid lindern helfen und Gutes tun.

 

Mitwirken am Plan

Das irdische Ziel hier auf der Erde ist, am göttlichen Plan mitzuarbeiten und ein sinnvolles Werkzeug zu sein, damit man mit seinen Möglichkeiten und speziellen Begabungen seinen Beitrag beisteuern kann, um die höhere Absicht zur Verwirklichung zu bringen. Der Mystiker erreicht sein Ziel durch Liebe und Hingabe, er sucht seinen Gott im Innen, geht also von innen nach außen vor, während der Okkultist seinen forschenden Geist einsetzt, mit dem Willen, alles zu durchdringen und zu verstehen.

Dabei sucht der Okkultist zunächst in der feinstofflichen Formenwelt, versucht diese zu erschließen und geht dabei von außen nach innen vor. In der Vereinigung der beiden Aspekte liegt ein Schlüssel, um zum Ziel zu gelangen. Durch stetige Hingabe an seinen Gott und Selbstvergessenheit erreicht der Mystiker, dass er sich immer mehr auf Gott fokussiert (wo die Aufmerksamkeit ist, muss es wachsen).

Durch Konzentration auf die Symbole erreicht der Okkultist, dass er immer mehr in die Lage versetzt wird, die Form zu durchdringen und das Dahinterliegende zu entdecken. Dabei wird die Konzentrationsfähigkeit erhöht und ein besseres Unterscheidungsvermögen gewonnen.

Der Okkultist muss erkennen, dass es nicht ohne Ethik und Hingabe gelingen kann und der Mystiker muss lernen, seine Kräfte gezielt und mit Verstand einzusetzen.

Der Mystiker muss die Hintergründe seiner wachsenden (psychischen) Kräfte und die daraus resultierenden Wirkungen kennenlernen und genau überschauen können, ansonsten besteht die Gefahr, dass seine Kräfte sich ungewollt verselbständigen und unbeabsichtigt in die falsche Richtung gelenkt werden. Wenn jeder Mensch seine Begabungen und Talente entfalten und die Impressionen der inneren Stimme wahrnehmen und umsetzen kann, haben wir auf Erden paradiesische Zustände. Dann haben wir das Reich Gottes auf Erden, so wie im Vaterunser seit Jahrhunderten beschrieben: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe“.

Dann wird jeder Mensch auf der Erde wie ein Rädchen in einem riesigen Uhrwerk seinen Platz eingenommen haben und sich bestmöglich einbringen und in Freude leben. Das höhere Ziel aber ist aus meiner Sicht, aus dem Rad der Wiedergeburt auszusteigen.

Indem man Harmlosigkeit übt und innere Ruhe und Gelassenheit erreicht, kann man weiteres Karma verhindern und es wird möglich, dass man nicht immer wieder inkarnieren muss, um altes Karma zu erlösen.

 

Durch Hingabe zum Ziel

Hingabe ist untrennbar mit Zuversicht verbunden und setzt ein unerschütterliches Vertrauen voraus. Bedingt durch die ungeklärten und unbewussten Motive entstehen für den Suchenden allerhand Schwierigkeiten. Er sieht sich mit Hindernissen konfrontiert, die aufgrund seiner Unvollkommenheit entstehen, die ständig geklärt und bereinigt werden müssen, und in der Folge sogenannte Läuterungsprozesse auslösen.

 

Mensch, erkenne dich selbst

Diese Phase der Selbsterkenntnis ist zumeist mit Schmerz und Betroffenheit verbunden, und doch ist es ein Weg der inneren Befriedung, um sich zum Werkzeug der höheren Seele zu machen.

Die Schwierigkeit besteht darin auszuhalten, Hindernisse und Rückfälle anzunehmen und beständig weiter voranzuschreiten. Vielfach sind die eigenen behindernden Fühl- und Denkmuster das größte Hindernis, um seinem Ziel näher zu kommen. Deshalb nennt man diese komprimierte Kraft der Verblendungen, Illusionen und behindernden Glaubenssätze auch den „Hüter der Schwelle“.

 

Es gibt zwei Wege, um sich zu entwickeln und zu lernen:

• Den Weg der Gnade, wenn man in der Lage ist auf die mitunter leisen Hinweise der höheren Seele zu hören, und z.B. Warnungen anzunehmen oder Wahrnehmungen ernst zu nehmen, und sich auf diese Weise so manche schlechte Erfahrung erspart, dann geht man den Weg der Gnade.

Den Weg der Erfahrung, wenn man störrisch und zu sehr an Materie gebunden, eigenwillig und uneinsichtig ist, geht man den zweiten Weg und lernt durch Erfahrung. Dies ist oft schmerzhaft und eher nachteilig, weshalb es ratsam ist, auf sich (die innere Stimme) zu hören und den ersteren Weg zu beschreiten.

Wenn der emotionale Teil der Seele noch nicht mit den Bemühungen einverstanden ist, kann man erleben, dass eine ständige innere Ambivalenz entsteht, und immer wieder Störungen oder gar Rückschritte einsetzen.

Man hat dabei das beängstigende Gefühl, dass man sich selbst nicht mehr kennt und kann zeitweise sehr labil werden. Diese Labilität bildet jedoch eine Brücke, denn in diesen Phasen kann Veränderung einsetzen, weil das Ego irritiert und kurzzeitig instabil ist und so verhärtete Muster aufgeweicht werden.

Denken, Fühlen und Handeln müssen schließlich eins werden und den Weg einträchtig gemeinsam gehen. Dazu ist am Anfang des spirituellen Weges intensive Auseinandersetzung mit den inneren Anteilen, und manchmal gar Überzeugungsarbeit, nötig.

Es scheint so, als würde man bei diesem Prozess, ähnlich wie bei einer Psychoanalyse, gründlich auseinander genommen, um anschließend wieder gereinigt und stabilisiert neu zusammengesetzt zu werden.

 

Falsche Vorstellungen und Illusionen

Ein Großteil der Menschheit strebt bewusst keinen Kontakt zu ihrer höheren Seele an. Sie wollen eigentlich keine Veränderung, haben die Gegebenheiten angenommen und fühlen sich wohl (oder auch nicht), Viele wollen hauptsächlich Spaß, Genuss und Vergnügen haben und sind im Materiellen verstrickt. Diese Welt fördert ihrerseits die kollektiven Interessen, so dass man als spirituell interessierter  Mensch manchmal das Gefühl hat, auf verlorenem Posten zu stehen. Nicht zuletzt auch durch die vielen falschen Dogmen und Vorstellungen ausgelöst, die man verinnerlicht hat und die man erst allmählich wahrnehmen kann.

Man erkennt mit der Zeit, dass viele Ideen die man von Spiritualität hatte, einfach übernommen wurden und falsch sind, und dass man sich grundlegend neu orientieren muss, um sein Ziel erreichen zu können - die Verbindung zum Höheren Selbst zu intensivieren und eine größere Gottesnähe erfahren zu dürfen.

Vielfältig sind die Fallen in die man auf dem spirituellen Weg tappen kann! So läuft man zum Beispiel Gefahr, durch die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Mustern und Glaubenssätzen nur noch um sich selbst zu kreisen und damit den Eigenwillen zu verstärken, oder die ausgleichende Haltung, Gutes zu tun, zu vergessen.

Daraus erwächst dann ein riesengroßes Ego (das allseits bekannte „spirituelle Ego“), weil zu viel Energie in persönliche Angelegenheiten fließt.

Ein großes Problem auf dem spirituellen Weg ist aber auch generell das negative Denken, was bei Vielen gewohnheitsmäßig recht stark ausgeprägt ist. Da Kritik ein weit verbreitetes Erziehungs- und Kommunikationsmittel ist, erkennt man nicht sofort den Unterschied, wann man in die Kritik geht und negativ denkt, oder wann man sich einfach nur eine Meinung bildet oder nachdenkt.

Man registriert dann irgendwann, dass an dem Spruch „Man ist und bekommt was man denkt“ doch eine Menge dran ist. So kann man durch wache Beobachtung erleben, dass so manches Denken sich unliebsam materialisiert und man bemerkt, dass nicht böses Karma aus früheren Leben, sondern vor kurzem selbst initiiertes Katastrophendenken zu einem unüberschaubaren Dilemma geführt hat.

Ein destruktives Denkmuster kann zum Beispiel darin bestehen beliebige Menschen im Denken stellvertretend als Kritiker einzusetzen und diese kritisch kommentieren zu lassen was man gerade tut.

Wohlgemerkt, dies spielt sich alles nur im eigenen Denken ab! Indem man sich selbst auf diese Weise Schuldgefühle und inneren Stress erschafft, schädigt man leider auch die mental benutzten Personen.

Oder man denkt sich zukünftige negative Erfahrungen und Ereignisse aus.

Durch diese Form des Denkens bauen sich immer wieder Aggressionen auf, die sich anschließend in widersinnigen Handlungen zeigen.

 

Strukturierung und Fristen setzen

Man darf anderen Menschen keine Macht über sein Leben geben, denn dann können ungewollte Kräfte durch entstehende Lücken in das Leben eingreifen und man wird hilflos und zunehmend handlungsunfähig. Die Tendenz, Handlungsstränge abzuwarten anstatt diese aktiv zu bestimmen und zu lenken, indem man feste Termine und Fristen setzt, kann das Leben stagnieren lassen.

Wenn man hingegen gelernt hat Fristen zu setzen, ist es einem später oft völlig unverständlich, warum man es sich hat gefallen lassen, dass Handwerker vor sich hin trödeln, PC-Fachleute sich unendlich Zeit lassen mit der Reparatur oder Makler die man beauftragt, nichts auf die Reihe bekommen.

Um ein geeignetes und mitschöpferisches Werkzeug für geistige Kräfte zu werden, ist es nötig sich durch Struktur und Ordnung Festigkeit zu erarbeiten, und sein Leben zu straffen durch Fristen setzen und der Einhaltung geordneter Abläufe. Dies wirkt sich auch positiv auf Abwehrkräfte und Konzentration aus!

Dazu gehört beispielsweise auch Prioritäten zu setzen, denn ansonsten wird diese Welt einen immer wieder “verschlucken“ und in materielle Angelegenheiten verstricken.

So entsteht ein zwanghafter Sog, und irgendwann bemerkt man, dass man sich ausschließlich mit materiellen Themen (Materie, physische Arbeit, Machtthemen) beschäftigt.

Deshalb ist es unerlässlich, seine gewählte Struktur immer im Auge zu behalten, denn nur so entsteht ein Gleichgewicht zwischen materiellen Angelegenheiten und spirituellem Streben.

 

Schweigen lernen – Worte haben Schöpferkraft

Besonders heikle Ergebnisse erntet man, wenn man nicht lernt seine Zunge im Zaum zu halten und unüberlegt spricht. In allen spirituellen Traditionen wird auf das Schweigen als wichtige Tugend hingewiesen.

Zudem wird Harmlosigkeit (Nicht-Verletzung) in Wort und Tat geübt, sowie nichts zu Sprechen, was überflüssig ist, gegen die Gebote verstößt, oder gar ungewollt über die Lippen kommen will.

Der Grund dafür ist, dass man durch eine spirituelle Lebensweise über zunehmende mentale Kraft verfügt, die durch das gesprochene Wort weitergeleitet wird in die Welt.

Daher muss man sehr genau achtgeben, was man spricht (oder denkt), denn auch unüberlegte und halbbewusste Worte und Gedanken werden schnell Realität.

Man darf die Kraft der Rede (am Anfang war das Wort) keinesfalls unterschätzen und es ist anzunehmen, dass man durch viele Prüfungen hindurchgeht und Hinweise erhält, wenn man mit seiner verbalen Schöpfermacht unachtsam gewesen ist.

Nur zu gern wird man über das leichtfertige Sprechen von negativen Gegenkräften gelenkt, um entweder Unheil im eigenen Leben anzurichten und womöglich handlungsunfähig zu werden, oder anderen Menschen schlimmen Schaden zuzufügen, den man so nie gewollt hat und kaum wiedergutmachen kann.

 

Den emotionalen Teil der Seele mitnehmen

Ein Ziel des Menschseins ist die mentale Entwicklung. Die momentane Aufgabe des Menschen bei seiner spirituellen Entwicklung ist es, zuerst die Emotionalität unter die Herrschaft des Denkens zu bringen.

Je ruhiger und ausgeglichener die Emotionen und das Denken sind, umso besser kann die Intuition fließen.

Beruhigung der oft sehr schwer zu händelnden Emotionen ist damit ein erklärtes spirituelles Ziel, welches man erreicht durch Annahme, Akzeptanz, positives Umarbeiten und ruhiges Betrachten der Gefühle. Man argumentiert mit den inneren Anteilen, um zu beruhigen und Schutz zu vermitteln.

Innere Härte, unbarmherziges Vorgehen gegen sich selbst und Selbstkritik sorgen ebenso wie Nachgiebigkeit dafür, dass Gefühle nicht richtig erkannt und bei Entscheidungen zu viel oder gar nicht berücksichtigt werden, sondern verdrängt, geleugnet oder rationalisiert werden. Wenn man mental fokussiert ist, geschieht dies recht schnell.

Erst durch einen liebevollen und aufmerksameren Umgang mit sich selbst kann man gütiger und milder werden auch im Umgang mit der Außenwelt.

Durch Träume erlebt man leider immer wieder, dass der emotionale Teil im Unterbewusstsein eigenmächtig handelt, ohne wirklich mit dem physischen Teil konform zu gehen. Im Traum besteht beispielsweise eine unterwürfige Beziehung zu Männern, obwohl man das auf physischer Ebene nicht mehr leben will.

Erst wenn man diese Diskrepanzen nachhaltig bereinigt hat, kann man unbehindert weitergehen. Hier ist es an der Zeit durch innere Gespräche und äußere Handlungen diese beiden abweichenden Ebenen in Einklang zu bringen.

 

Verantwortung und Abhängigkeit

Wenn man seine Verantwortung lieber an andere Menschen oder Obrigkeiten abgibt entweder weil man das Leben an sich ablehnt, seine Ziele nicht kennt, oder weil man zu bequem ist, wird man willenlos. Ein ganz wichtiger Aspekt für dieses Verhalten ist die Suche nach Sicherheit und Bequemlichkeit.

Starke Männer oder mächtige Personen versprechen einen vermeintlichen Schutz und andere Vorteile, weshalb man sich vielleicht angewöhnt hat, ihnen zu schmeicheln oder sich irgendwie anzudienen.

Vielleicht verhält man sich auch so, um negative Folgen für sich auszuschließen, vor allem, wenn ein stärkerer oder mächtiger Mensch einem Angst einflößt.

Ein durchaus verständliches Verhalten, wenn es um Schutz und Vorsicht geht, doch unmöglich, wenn es rein um materielle Vorteile geht. (Denn man macht sich dadurch klein und wird auf einem authentischen spirituellen Weg kaum standhalten können.)

Unterwürfigkeit darf NIE mit Demut verwechselt werden!  An solch einem Verhalten erkennt man zudem den Materialisten, der spirituelle Werte noch nicht wirklich verinnerlicht hat.

 

Medialität und Eigensinn

Bisweilen reicht die Konzen-trationsfähigkeit einfach noch nicht, und man wird beim Durchdenken der Themen viel zu schnell abgelenkt, oder man hört nicht richtig hin, wenn Hinweise der höheren Seele kommen.

Ein großes Problem ist das Falschverstehen der inneren Hinweise und Übermittlungen. Ist der Eigensinn sehr groß und man widersetzt sich oder bemerkt nicht, dass man nur die Hälfte mitbekommen hat und somit auch nicht richtig schlussfolgern kann, kann es sehr oft in große Irrtümer führen.

Oft wird man als spirituell Interessierter und deshalb zumeist sehr sensitiver Mensch von feinstofflichen, unsichtbaren Wesen oder Energien gelenkt, die meist durch inneres Einverständnis das Leben ihres Mediums beeinflusst haben (zum Beispiel über Kundgaben oder übertragenes Wissen, Zukunftsdeutung, Diagnosen).

Manchmal geschieht es auch, dass man fremdgesteuert wurde ohne es zu bemerken. Hierbei spielt die Medialität eine große Rolle, denn sie kann dazu führen, dass man sehr dünnhäutig und durchlässig wird, leider auch für unliebsame Entitäten. Durch unerträgliche Schwingungen, die man noch nicht gelernt hat zu blockieren, wird man meistens auf diese Gefahren hingewiesen bzw. durch die höhere Seele darauf aufmerksam gemacht.

Man muss nun lernen Schutzmaßnahmen zu ergreifen und eine innere Festigkeit zu erarbeiten, die derlei Übergriffe automatisch verhindert. Mentale Kraft, Entschiedenheit und Konzentrationsfähigkeit können helfen, diese Kräfte abzuwehren und zu blocken. Die Kraft der Heilsteine kann ein wahrer Segen sein, um negative Kräfte abzuwehren; so spart man seine Kräfte, dank Turmalin und Obsidian, für andere Aufgaben und muss nicht seine Energie ausschließlich in die Abwehr investieren.

Allerdings wirken diese Abwehrmittel nur dann, wenn man richtig aufgestellt ist. Wird man trotz Abwehrmaßnahmen stark attackiert, ist eine Korrektur an der inneren Haltung vorzunehmen. Dann gilt es alles abzuklopfen, um die Lücke zu finden. Es kann sein, dass man falsche Menschen in sein Leben gelassen hat, oder der Umgang mit sich selbst, nahestehenden Menschen oder mit Erfahrungen muss verändert werden. Mediale Menschen müssen erst einmal lernen sich trotz ihrer zarteren Beschaffenheit zu festigen, ihr Leben zu strukturieren und negative Einflüsse der Gegenkraft zu erkennen und abzuwehren, denn ansonsten sind sie zu leicht fremdzusteuern.

Zwei wichtige Fragen auf dem spirituellen Weg werden fortan ständige Begleiter sein müssen: „Ist das, was ich gerade tun oder sagen will auch das, was ich will?“ „Bin ich mit der Ausführung von Wort, Tat und Entscheidung wirklich mit ganzer Seele einverstanden?“

 

Falscher Ehrgeiz

Wenn man glaubt, dass man Abkürzungen nehmen kann durch Seminare mit versprochenen schnellen Endergebnissen, irrt man sich, denn Spiritualität lässt sich nicht kaufen. Wenn man z.B. glaubt, dass kontemplative Zustände wichtig sind, weil das oft so gesagt wird, entspricht das vielleicht irrigen Vorstellungen, da es nicht für Jedermann gilt, denn tatsächlich wird vorrangig Wert auf eine gelebte Qualität im Umgang mit Welt und Menschen gelegt. Vor allem die Hilfsbereitschaft, Leid  auf dieser Welt zu lindern, ist  immens wichtig. Der Rest kommt dann schon von allein und wächst ganz natürlich in uns heran, und sollte nicht durch falschen Ehrgeiz forciert werden.

Ehrgeiz, der zumeist von egoistischen Motiven begleitet wird, beruht auf Geltungsdrang und folgt weltlich - materiellem Erfolgsstreben, schleicht sich gern immer wieder mal ein und muss deshalb im Auge behalten werden.

 

Scheinheiligkeit und falsche Liebe

Man möchte gern tugendhaft und heilig sein, wenn man aber zeitgleich die wahren Gefühle unterdrückt, führt das eher in negative Gefilde. Auf dem spirituellen Weg geht es vielmehr um Echtheit und Wahrhaftigkeit!

Aber das sind Eigenschaften die man sich langsam erarbeiten muss, indem man authentisch versucht zu reagieren. Man meint zumeist, jetzt zu allen lieb sein zu müssen, unterdrückt dabei aber vitale Abwehrimpulse und unterlässt folgerichtige Handlungen.

Das führt dazu, dass man immer unaufrichtiger wird und damit von seinem Weg abkommt. In diese Falle tappt aber wohl fast jeder, denn man ist wohlmeinend und sucht aufrichtig Wege, um sich zum Guten auszurichten.
Dass man dabei noch nicht ausgeglichen ist, falschen Dogmen  und Vorstellungen unterliegt und zwischen den Polaritäten hin und her schwankt, ist anfangs noch legitim.

Als spirituell Suchender neigt man weiterhin dazu, alles was man sagt oder tut zu spiritualisieren! Auch das ist nicht sinnvoll, denn dadurch erhöht man sich und hält sich für weit fortgeschritten.

Viele Auffassungen darüber was Liebe ist, sind ebenfalls kritisch zu betrachten, denn sentimentale Liebe oder falsche Sehnsucht müssen erkannt werden, weil sie eher dem emotional-selbstsüchtigen  Überschwang zuzuordnen sind und unliebsame Reaktionen hervorrufen können, wenn die Bedürfnisse nicht erfüllt werden oder man abgewiesen wird.

Sentimentale Liebe führt dazu, dass man sich seltsam verstellt und meint, man ist nun heilig oder verklärt, dabei wird man nur immer unechter.

Oder die charismatische Ausstrahlung wird intensiviert durch Konzentration auf attraktive Ausstrahlung, so dass man unerlaubt höhere Energien in die unteren Chakren lenkt.

Sofern man aufmerksam ist, lernt man durch die Hinweise der Welt die Unterschiede zu erkennen zwischen erwünschter echter Freundlichkeit und charismatischer Selbstdarstellung. Letzteres ist zutiefst manipulativ, wird aber wohl von den meisten spirituell Strebenden oft unbewusst praktiziert, denn viele haben diesen fast schon grellen Strahlenglanz.

Hier ist oft ein materielles Motiv die Antriebsfeder, welches wiederum keine spirituellen Ergebnisse hervorbringen KANN, weil das Motiv falsch ist.

Ausgleichend hilft hier vor allem, die Konzentration nach außen in ein tätiges Leben zu verlegen, sich ein selbstloses Arbeitsgebiet zur Leidenslinderung zu suchen und darin aufzugehen, und anhand der Reaktionen, die man dort bekommt zu erkennen, wo man noch authentischer werden muss.

 

Diverse Verhaltensmuster - Missionarsdrang und Prahlerei

Auch der Drang mit seinem Wissen nach außen zu gehen, um zu predigen oder andere zu belehren ist äußerst zweifelhaft und eher den manipulativen missionarischen Bestrebungen zuzuschreiben.

Diesen Eifer kenne ich auch gut, zumeist zeigt er sich am Anfang des spirituellen Weges. Er entspringt wahrscheinlich meistens dem Streben nach Ansehen und Macht und sollte deshalb immer im Auge behalten werden. Spiritueller Ehrgeiz, sich Ansehen, Anerkennung und Ehren zu wünschen, indem man sein spirituelles Wissen weitergibt, ohne dazu durch eine innere Ermächtigung autorisiert worden zu sein, ist sehr heikel.

Man verliert den höheren geistigen Schutz, wenn man zu eigensüchtig ist und nur den persönlichen Vorteil sucht. Dies gibt der Gegenkraft das Recht zu agieren. Dies ist nicht als Strafe zu verstehen sondern als ein naturgesetzliches Regulativ, welches hier völlig unpersönlich  auf dem Planeten Erde aktiv ist.

Die Vorgehensweise der Gegenkraft ist manchmal erschreckend brutal und schmerzhaft, und doch wird man erst dadurch nachhaltig aufgeweckt und zur Ordnung zurück geholt. Diverse falsche Vorstellungen werden einem bewusst gemacht, damit gedankliche und gefährliche Fehlhaltungen überwunden werden können und die Vorstellungen des meist materiell orientierten Egos langsam abgebaut werden.

Das Ego wird durch solche Angriffe massiv destabilisiert, und irgendwann bemerkt man, dass man nicht mehr weiß wo es langgeht. Bedingt durch diese Erkenntnis überlässt man die Führung wieder dem Höheren Selbst und korrigiert seine Lebensweise. Leider ist man oft nur auf diese Weise bereit zu lernen.

 

Sinnsuche und Selbstfindung

Der Mensch hat vielfältige  Schutzmechanismen und Anpassungen entwickelt, die vor Schmerz, Enttäuschung, Ver-ausgabung und Ausbeutung schützen sollen.

Leider sind diese Verhaltensmuster oft nicht sehr reif, sondern haben einen eher kindlichen Charakter, sind oft emotional gelenkt und beinhalten manipulative Maßnahmen.
Durch diese behindernden Muster hindurch kann man aber keine wirkliche Freude empfinden, und schon gar keine integrierte Persönlichkeit entwickeln, in welcher Denken - Fühlen - Handeln eins ist.

Es ist daher unumgänglich seine Muster zu durchschauen und anzunehmen. Immer wieder wird man als spirituell Suchender auf sich selbst zurückgeworfen, weil Glaubenssätze, Vorstellungen und Ideen sich als irrig erweisen und sogar gefährliche Tendenzen daraus erwachsen können (Verlust der Existenz).
Immer wieder wird man mit der Gegenkraft konfrontiert, was schließlich den oft unerkannten Hochmut abbaut, eine wahre demütige Haltung (die mit Unterwerfung NICHTS zu tun hat!!!) fördert und einen authentischer werden lässt.

Man hat dabei manchmal das Gefühl, als renne man permanent gegen eine Wand in einem Labyrinth, weil das offene Tor welches man sucht, sich einfach nicht zeigen will.

Trotzdem ist es einem unmöglich, mit der Suche nach der Toröffnung aufzuhören, denn man kann sich nicht vorstellen, wieder in die normalen Rhythmen der reinen materiellen Bedürfniserfüllung und in einen vor allem oberflächlichen Lebensstrom einzusteigen.

Die Aussicht, doch noch anzukommen ist zu verlockend, obwohl man gar nicht recht weiß, was einen erwartet wenn man sein Ziel erreicht hat…

Es ist eine diffuse Sehnsucht, die einen treibt, weiter nach dem Höheren Selbst (Gott in uns) und Gott zu suchen, bestätigt durch die kleinen Erfolgserlebnisse, die einem zwischendurch Mut machen und die dazu führen, dass man nicht aufgibt. Dabei ist spürbar, dass man immer wieder durch Tröstung und Liebe aus göttlichen Ebenen in seinem Streben bestärkt wird.

Ganz unabhängig davon, welcher Religion man angehört   oder für welchen Weg man sich entschieden hat,  bleibt es allein SEINE Entscheidung jemanden anzunehmen, denn dies ist weder „machbar“ noch forcierbar.

Erst wenn der materielle Mensch begriffen hat, dass er letztlich nichts von Spiritualität weiß, und die Führung schließlich dem höheren Lenker überlässt, hat man als Suchender die richtige Haltung gefunden. Wenn dies gelingt, kann der Weg eigentlich erst wirklich beginnen…

 

Uta-Maria Freckmann,
überarbeitete Version von Juli 2015


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